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Österreich mit hohem Anteil an Biokraftstoffen im EU-Spitzenfeld

Biotreibstoffe sind Energieträger, die aus Biomasse hergestellt werden und als Transporttreibstoff dienen. Sie ersetzen fossile Treibstoffe und leisten dadurch einen Beitrag zur Verminderung von Treibhausgasemissionen und zur Verringerung der Abhängigkeit von Erdöl. Darüber hinaus ermöglichen sie Wertschöpfung aus der heimischen landwirtschaftlichen Produktion. Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen erfolgt in Österreich in erster Linie durch die Beimischung von Biodiesel zu Diesel und Bioethanol zu Benzin. Zusätzlich zur Beimischung werden kommunale und betriebliche Fuhrparkumstellungen auf pure Biokraftstoffe bzw. über 40 % Biokraftstoffzusatz forciert. Die in Österreich bereits geschaffenen Produktionskapazitäten sind ausreichend groß, um den heimischen Markt mit Biokraftstoffen zu versorgen (BMLFUW). Über den Zeitraum des Kalenderjahres 2014 wurde das geforderte Substitutionsziel von 5,75% gemessen am Energiegehalt, mit 7,7% deutlich übertroffen. Österreich liegt damit beim Einsatz von Biokraftstoffen gemeinsam mit Deutschland, Frankreich und Schweden an der Spitze der EU 27. 

Im Jahr 2014 wurden für die Substitutionszielberechnung gemäß der Kraftstoffverordnung insgesamt 5.694.5201 Tonnen fossiler Dieselkraftstoff verkauft. Biodiesel ist dabei mit 84 % der mit Abstand bedeutendste Biokraftstoff in Österreich (energetisch). Gemäß österreichischem Biokraftstoffregister elNa waren 2014 insgesamt neun Betriebe als Biodieselproduzenten in Österreich registriert.

Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen erfolgt in Österreich seit Oktober 2005 in erster Linie durch die Beimischung von Biodiesel zu Diesel und seit Oktober 2007 zusätzlich durch eine Beimischung von Bioethanol zu Benzinkraftstoff.

Biokraftstoffe im Verkehrssektor 2015 © Umweltbundesamt, BMLFUW

Bis zum Beginn des Jahres 2009 wurden flächendeckend rd. 4,7 Volumenprozent (Vol-%) Biodiesel und Bioethanol beigemischt. Mit Jänner 2009 wurde die Möglichkeit der Beimischung von Biodiesel auf maximal 7 Vol-% erhöht.

Zusätzlich zur Beimischung werden kommunale und betriebliche Fuhrparkumstellungen auf pure Biokraftstoffe bzw. auf Kraftstoffe mit über 50% Biokraftstoffgehalt forciert, insbesondere seitens des klima: aktiv mobil Programms des

BMLFUW.

Die Europäische Union ist weltweit Vorreiter bei der Sicherstellung einer ökologisch nachhaltigen Produktion von Biotreibstoffen. Die Richtlinie für Erneuerbare Energie, die 2009 erlassen wurde, sieht einen Mindesteinsparungseffekt von Treibhausgasen gegenüber fossilen Brennstoffen vor. Dieser Wert liegt im Moment bei 35%, steigt bis 2017 auf 50% und bis 2018 auf 60% für Biotreibstoffe, die in neuen Anlagen produziert werden.

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