Biomasse-Forschung als Schlüssel zum Fossil-Ausstieg

Sie sind hier

Bundesministerin Leonore Gewessler eröffnete am 24. Jänner den Thementag „Highlights der Bioenergieforschung 2020“ anlässlich der 6. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz CEBC 2020 im Messe Congress Graz. „Unser Ziel ist die Klimaneutralität 2040 und damit Österreich zu einem Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu machen: Dazu gehört auch der Weg hin zu 100 Prozent Erneuerbare

Energie“, sagte Bundesministerin Leonore Gewessler. „Biomasse kann dabei eine wichtige Rolle spielen und fossile Importe doppelt ersetzen: als Energieträger und als Rohstoff. Forschung und Technologie-Entwicklung in diesem Bereich bieten ein hohes Zukunftspotenzial.“ Die Biomassekonferenz führte in diesem Sinne viele Experten und Stakeholder zusammen, so Gewessler. 

Anlässlich der Eröffnung der “Highlights der Bioenergieforschung” (v.li.): Walter Haslinger (BEST), Christian Metschina (Österreichischer Biomasse-Verband), Franz Titschenbacher (Österreichischer Biomasse-Verband), Bundesministerin Leonore Gewessler, Rudolf Freidhager (ÖBf), Christoph Pfemeter (Österreichischer Biomasse-Verband), Maria Eschlböck (Eschlböck) (Foto: Österreichischer Biomasse-Verband)

Die mittlerweile sechste „Mitteleuropäische Biomassekonferenz“ in Graz unterstrich mit rund 1.500 Besuchern wieder ihre weltweit führende Stellung als eine der bedeutendsten und größten Bioenergie-Veranstaltungen. Heuer wurden den Besuchern unter dem Leitthema „Greening the Strategies“ 200 Fachvorträge in 28 Themenblöcken zu Wärme, Strom und Kraftstoffen aus Biomasse angeboten. Das zeige auch die Bedeutung der Bioenergie in Österreich als erneuerbarer Energieträger und wichtigster Baustein beim Ausstieg aus der fossilen Energie, so Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Das vorliegende Regierungsprogramm sei ein guter Start in das Energiewende-Jahrzehnt bis 2030: „Was wir jetzt brauchen sind stabile gesetzliche Rahmenbedingungen für den Ausbau der Erneuerbaren im Wärme-, Strom-, Gas- und Treibstoffbereich und einen konsistenten Ausstiegsplan für fossile Energien“, so Titschenbacher. Und in punkto Forschung habe man in Österreich bei der Bioenergie sowieso die Nase vorn: „Österreich hat schon heute Energietechnologien für den Weltmarkt und damit Lösungen für die heimische und globale Energiewende. Mit unseren Forschungsinstituten und Unternehmen zeigen wir auf, wie es geht“, erläuterte Titschenbacher. 

International wettbewerbsfähige Spitzenforschung und ein hohes Maß an Kundenorientierung in der anwendungsorientierten Forschung seien die Ansprüche der heimischen Bioenergie-Forschung, wie auch Walter Haslinger, Geschäftsführer des Forschungsinstitutes BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH betont. „Unsere Kernkompetenz ist die saubere und effiziente energetische Nutzung von Biomasse. Wir bearbeiten aber auch die Themenfelder wie die Verwertung von Reststoffen, die Entwicklung von Energiemanagementsystemen und die Planung und Regelung von Mikronetzen.“ Die Analysen von BEST zeigen beispielsweise, dass sich bis 2050 trotz deutlich erhöhtem Einsatz von Biomassekesseln (bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und Gebäudedämmung),

die Staubemissionen aus Kleinfeuerungen um 90 Prozent verringern werden. Dies wird durch den Ersatz veralteter Feuerungsanlagen (Allesbrenner verursachen 68 Prozent der Feinstaubemissionen aus Holzheizungen) durch moderne, elektronisch geregelte, emissionsarme Feuerungen erreicht. Die neueste BEST-Studie hat die Kosten von CO2-Einsparungsmaßnahmen im NON-ETS-Bereich analysiert und kommt zum Schluss, dass Bioenergie-Technologien die günstigste Lösung zur Energiewende im Raumwärme- und Verkehrsbereich darstellen. Besonders vielversprechend ist laut Haslinger die in Österreich entwickelte Vergasungstechnologie. Von ihr ausgehend ist die Produktion von Wasserstoff, synthetischem Erdgas, Diesel, Kerosin, aber auch Strom und Wärme möglich. 

x