„Green Bonds" immer mehr in Mode

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Die Popularität von Investitionen in „Green Bonds", also nachhaltige Anlagen, ist 2019 ungebremst gewachsen und der Trend hält weiter an. Zahlen der britischen Wirtschaftskanzlei Linklaters zufolge

wurden im vergangenen Jahr weltweit 479 neue Green Bonds aufgelegt, um ein Viertel mehr als 2018. Das Jahr 2020 wird laut Linklaters für nachhaltige Fonds noch erfolgreicher. 

 

Der Trend zu nachhaltigen Anlagen besteht schon seit Langem und er wird auch nicht abreißen. Jedoch sei bei Investitionen Vorsicht geboten. „Anleger müssen sich fragen, inwiefern die Renditen stimmen. Auch ist es ratsam, die Emittenten der Anlagen genau unter die Lupe zu nehmen", erklärt Börsenexperte Heino Ruland. Linklaters zufolge haben Unternehmen, Finanzinstitutionen und Regierungen 2019 weltweit rund 185 Mrd. Dollar (etwa 170 Mrd. Euro) in die Finanzierung nachhaltiger Projekte gesteckt. Anleger investieren vor allem in Energieeffizienz,

die Verhinderung von Umweltverschmutzung und sauberen Transport. Im vergangenen Jahr haben vor allem China, die USA, Frankreich und Deutschland den Green-Bonds-Markt dominiert, etwa 40 Prozent der Einnahmen gingen an diese Länder. 2020 sollen die Greend Bonds noch mehr an Fahrt aufnehmen. Das liegt einerseits an stärkerer Aktivität in Asien, andererseits an neuen Standards in der EU, mit denen die Praxis des „Greenwashings", also der fälschlichen Angabe von nachhaltigen Zielen, bekämpft werden sollen. 

Die Europäische Kommission hat dazu schon 2018 eine technische Expertengruppe für nachhaltige Finanzen (TEG) eingesetzt, um sie bei der Entwicklung eines EU-Klassifizierungssystem – die sogenannte EU-Taxonomie – sowie eines EU Green Bond Standard zu unterstützen. Diese Systeme sollen schnell und sicher feststellbar machen, ob eine wirtschaftliche Tätigkeit umweltverträglich und damit als nachhaltige Anleihe zu bewerten ist. Die TEG veröffentlichte nun am 9. März 2020 die endgültige Fassung ihres Berichts. Dieser Abschlussbericht zur EU-Taxonomie enthält auch Empfehlungen zur übergreifenden Gestaltung der Taxonomie als Anleitung, wie Unternehmen und Finanzinstitute mithilfe der Taxonomie Angaben machen können. Zudem publizierte die TEG einen Usability-Leitfaden für den EU Green Bond Standard. Dieser Leitfaden bietet nun Marktakteuren Anleitungen zur Verwendung des vorgeschlagenen Standards und zur Einrichtung eines marktbasierten Registrierungsschemas für externe Prüfer. Die Europäische Kommission wird die Möglichkeit einer Legislativinitiative für einen EU-Green-Bond-Standard im Rahmen der öffentlichen Konsultation zur erneuerten Strategie für nachhaltige Finanzen voraussichtlich bis Mai 2020 prüfen. (pte/kohl; Foto: EU-Kommission) 

 

Finden Sie hier die Download-Links zum Abschlussbericht zur EU-Taxonomie sowie zum Usability-Leitfaden für den EU Green Bond Standard

 

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