Holz und Sonne sind eine ideale Kombination

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"Eine der tragenden Säulen der Energiewende in Europa ist die Biomasse."
Interview mit DI Dr. Helmut Matschnig, Geschäftsführer KWB Energiesysteme GmbH

 

DI Dr. Helmut Matschnig, Geschäftsführer KWB Energiesysteme GmbH (Foto: KWB)

KWB ist seit über 25 Jahren erfolgreich am Markt für Pellet-, Hackschnitzel-, und Stückholzheizungen. Was waren die Meilensteine Ihres Weges der letzten Jahre?
Helmut Matschnig: KWB wurde 1994 gegründet und gilt als Pionier moderner Holzheizungen. Erst durch unsere technologischen Innovationen (KWB Raupenbrenner, KWB Teilbar-Tragbar-System, cleanEfficiency Technologie) wurde es möglich, ökologisches Heizen mit höchstem Komfort zu verbinden. Heute steht KWB für saubere und komfortable Heizsysteme in Premium-Qualität. Mit der aktuellen und zukünftigen Erweiterung unseres Produktportfolios (Speichertechnik, Solarthermie, Photovoltaik) setzten wir einen weiteren Schritt auf unserem Weg vom Heizkesselhersteller hin zum Gesamtlösungsanbieter für Wärme und Strom. Vor kurzem haben wir wieder einen Meilenstein gesetzt und 23 Millionen Euro am Standort St. Margarethen/Raab investiert. Dieses Investment floss in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und die Erweiterung unseres Forschungszentrums. Ein Meilenstein aus Produktsicht ist unsere KWB ComfortEnergy. Ein Zusammenspiel aus Sonnenkollektoren und Speichersystemen sowie einer Biomasseheizung ermöglichen es, die eigene Energieversorgung unabhängig zu gestalten.

Was macht den nationalen und internationalen Erfolg Ihres Unternehmens aus?
Für uns gilt es, die Möglichkeiten der Digitalisierung bestmöglich zu nutzen. Als mittelständischer Betrieb bietet uns die virtuelle Welt die gleichen Möglichkeiten wie den Big Playern, denn sie ist unsere Abkürzung zum Kunden. Eine Anlage zu warten ohne persönlich vor Ort zu sein war früher nur für die internationalen Märkte notwendig. Heute ist dieser Service obligatorisch. Auch unsere qualitativ hochwertigen Produkte machen unseren Erfolg aus. Das neu gedachte Brennerkonzept mit der KWB cleanEfficiency 2.0-Technologie senkt den ausgestoßenen Feinstaub auf unter 2,5 mg. So sauber war heizen noch nie. Der robuste KWB Raupenbrenner in Industriequalität passt sich an die Eigenschaften und unterschiedlichen Brennstoffqualitäten an. 

KWB hat in diesem Jahr rund 23 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten, den Ausbau seiner F&E-Aktivitäten sowie in ein intelligentes Energiemanagementsystem investiert. Was sind Ihre Zukunftspläne?
Der eingeschlagene Transformationspfad vom Kesselhersteller hin zum Gesamtlösungsanbieter für Wärme und Strom wird von uns weiter vorangetrieben. Wir werden zwar wegen einer Pelletheizung gerufen, können aber mit unseren neuen Angeboten (z.B. Sonnenkollektoren, Speicherlösungen, usw.) das gesamte Energiesystem eines Hauses intelligent und nachhaltig aufsetzen. Möglich gemacht wird das durch unsere neu entwickelte Energiemanagement-Lösung. In einem fein abgestimmten System aus Sonnenenergie und Biomasse muss nur noch ein geringer Anteil an Energie zugekauft werden. Damit ermöglichen wir es unseren Kunden, energieunabhängiger zu werden und die eigene Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen.

Wie sehen Sie die Rolle von Biomasse vor allem in der aktuellen Diskussion um die Unsicherheit bei fossilen Energieträgern und welche Rolle wird Biomasse im Energiemix der Zukunft spielen?
Eine der tragenden Säulen der Energiewende in Europa ist die Biomasse. Jahrzehntelage Forschungs- und Entwicklungsarbeit haben Biomasseheizsysteme zu dem gemacht, was sie heute sind: nämlich eine etablierte Technologie am Heizungsmarkt. Ein Umstieg von fossilen Heizsystemen auf eine moderne KWB Biomasseheizung ist ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz und wird gefördert. Eine weitere Möglichkeit im Energiemix sind so genannte Hybrid-System-Lösungen. Die Kombination unterschiedlicher Systeme kann den Komfort und die Effizienz der Heizungsanlage noch weiter steigern. Die erneuerbaren Energieträger Holz und Sonne sind grundsätzlich eine ideale Kombination und daher der häufigste Anwendungsfall.

 

Dipl.-Ing. Dr. Helmut Matschnig (50) war bei KWB ab dem Jahr 2007 als Vertriebs- und Marketingleiter tätig, davor unter anderem im Entwicklungsbereich und als geschäftsführender Gesellschafter. 2016 wurde er in die Geschäftsführung berufen. 

 

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