Mission: Klimaneutralität für die Schwerindustrie

Sie sind hier

Was bei der letzten Klimakonferenz in Glasgow angekündigt wurde, geht nun in die Umsetzung: Österreich wird gemeinsam mit Australien die internationale Mission „Net-Zero Industries“ leiten.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler hat den offiziellen Startschuss zur Mission in Pittsburgh im Rahmen des ersten „Global Clean Energy Action Forum“ gegeben. 

 

Im Projekt envIoTcast (Environmentally friendly casting) wird das Konzept der Grünen Gießerei 4.0 (Green Foundry 4.0) entwickelt. (Foto: AIT LKR) 

Österreich und Australien starten damit die Mission „Net-Zero Industries“. Sie hat zum Ziel, die Entwicklung von Schlüsseltechnologien zur industriellen Energiewende zu beschleunigen: Bis 2050 soll die energieintensive Industrie vollständig auf fossile Energien verzichten. Koordiniert und geleitet werden sämtliche Aktivitäten rund um die Mission vom Klima- und Energiefonds im Auftrag des Klimaschutzministeriums. „Die Entwicklung und beschleunigte Markteinführung von innovativen Technologien für die Dekarbonisierung der Schwerindustrie sind Voraussetzung für die Erreichung von Klimaneutralität“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. „Ich freue mich, gemeinsam mit Australien als Co-Lead daran zu arbeiten, die ,Net-Zero Industries‘-Mission möglich zu machen.“ Die energieintensive Industrie ist in Österreich für mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich, bis 2050 müssen diese auf null sinken. Die Mission „Net-Zero-Industries“ fördert daher die Entwicklung von Schlüsseltechnologien zur industriellen Energiewende und will globale Forschung, Entwicklung und Demonstration substanziell beschleunigen. Bis 2030 sollen die ersten Lösungen kommerziell verfügbar und wettbewerbsfähig sein.  

Im Fokus der Mission stehen Projekte in emissionsintensiven Sektoren. Die Mission baut dabei auf Erfahrungen der FTI-Initiative „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds auf. In den Regionen WIVA P&G und NEFI – New Energy for Industry werden schon jetzt innovative Dekarbonisierungstechnologien in der Industrie erprobt. Ein Leuchtturmprojekt für Dekarbonisierung der Industrie ist „envIoTcast“. In diesem Projekt wird unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology das moderne, nachhaltige Konzept der Grünen

Gießerei 4.0 entwickelt und demonstriert. Das Ziel ist die vollständige Dekarbonisierung von energieintensiven Hochtemperaturprozessen wie etwa der Stahlverarbeitung. Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist „H2Pioneer“, dessen Ziel es ist, eine Vor-Ort-Lösung für den in Zukunft steigenden Wasserstoffbedarf in der Halbleiterindustrie darzustellen. Konkret wird eine Demonstrationsanlage bei Infineon in Villach umgesetzt sowie die Wiederverwertbarkeit des in der Halbleiterindustrie eingesetzten Wasserstoffs analysiert. 

 

Als Industrienation mit Tradition für Innovation leitet Österreich die „Net-Zero Industries“-Mission gemeinsam mit Australien und Kanada. China, Deutschland, die Europäische Union, Großbritannien, Kanada, Südkorea und Finnland sind als Kernmitglieder mit an Bord. Der Klima- und Energiefonds koordiniert und leitet die Aktivitäten im Auftrag des Klimaschutzministeriums. Darüber hinaus ist auch das

Direktorium der Mission „Net-Zero Industries“ im österreichischen Klima- und Energiefonds angesiedelt. Es ist verantwortlich für die strategische Ausrichtung der Mission. „Als kleines Land kann Österreich im globalen Verbund von Mission Innovation besonders durch seine Innovationskraft und konkreten Klimaschutzlösungen punkten“, betont Missions-Direktorin Elvira Lutter. 

 

x