Mikroplastik überall in der Umwelt nachweisbar

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Eine neue Studie des Umweltbundesamtes zeigt: Mikroplastik ist mittlerweile in allen Bereichen unserer Umwelt vorhanden. Die ExpertInnen haben eine Bestandsaufnahme an nationalen und internationalen Untersuchungen gemacht. Zahlreiche Analysen rund um den Globus weisen Mikroplastik in Gewässern, Böden und Luft aber auch in Lebensmittel, Kosmetik- und Reinigungsprodukten nach. Trotz steigender Datenlage sind die Studien nur begrenzt vergleichbar. „Wir brauchen mehr und verlässlichere Daten, um bessere Handlungsempfehlungen abgeben zu können. Dazu sind europaweite Standards für Probenahme und Analyse dringend erforderlich" so Bettina Liebmann vom Umweltbundesamt. Mikroplastik gelangt auf

verschiedenen Wegen in die Umwelt: Wird es Produkten wie Kosmetika, Reinigungsmitteln oder Farben direkt zugesetzt, dann gelangt es häufig mit dem Spülwasser in die Kanalisation. In der Menge weitaus bedeutsamer sind Mikroplastikpartikel, die durch Abrieb oder Zerfall entstehen, etwa durch Reifenabrieb, der die größte Quelle für Mikroplastik darstellt. Es folgen Emissionen bei der Abfallentsorgung, Faserabrieb bei der Textilwäsche, Abrieb von Farben (Straßenmarkierung, Fassaden), Verwehungen von Kunstrasenplätzen und Freisetzung auf Baustellen. Die am häufigsten nachgewiesenen Kunststoffarten können mit der globalen Kunststoffproduktion in Verbindung gebracht werden. 

Bisherige Untersuchungen von Trinkwasser zeigen, dass Leitungswasser aus Grund- und Oberflächenwasser nicht bzw. nur gering belastet ist. Abgefülltes Trinkwasser hingegen weist tendenziell mehr Mikroplastik auf. PET (Polyethylenterephthalat) war dabei die häufigste nachgewiesene Kunststoffart, was auf den Abrieb von Verpackungsmaterial zurückzuführen ist. Betroffen vom Mikroplastik-Eintrag ist auch das Abwasser. Dieses stellt insofern ein Problem dar, da durch das Waschen synthetischer Kleidung, falsch entsorgter Hygieneprodukte oder industrieller Einleiter große Mengen an Mikroplastik in das Abwasser gelangen. Vor allem Klärschlamm ist eine bedeutende Eintragungsquelle von Mikroplastik in den Boden. In Untersuchungen fanden ExpertInnen eine Mikroplastik-Konzentration von 1.500 – 170.000 Partikel pro Kilogramm Trockengewicht Klärschlamm. Da Klärschlamm häufig in der Landwirtschaft als Düngemittel und im Landschaftsbau verwendet wird, gelangen Kunststoffe auf diesem Weg in den Boden. Auch durch den Einsatz von Kunststofffolien oder Betriebsmitteln aus Kunststoffen sowie Kompost oder Gärrückstände spielen eine zentrale Rolle für Mikroplastik im Boden. 

Eine weitere Quelle für Mikroplastik in der Umwelt ist der Abrieb von Reifen. Eine Umweltbundesamt-Studie aus 2015 schätzt den Reifenabrieb für Österreichs Straßen auf 6.766 Tonnen pro Jahr. Im gesamten EU-Verkehr entstehen Schätzungen zufolge jährlich mehr als 500.000 Tonnen Mikroplastik durch Reifenabrieb. Trotz geringer Datenlage konnten Studien Mikroplastik in der Luft in städtischen und auch in abgelegenen Bergregionen feststellen. Durch ihre geringe Größe und Dichte wird Mikroplastik über weite Strecken transportiert und somit auch in abgelegene Gebiete getragen. So wies eine kürzlich erschienene Studie Mikroplastik sowohl in Schnee aus Europa als auch der Arktis nach. Für den Menschen relevant und potentiell gesundheitsgefährdend sind Partikelgrößen kleiner als zehn Mikrometer. In einer Pilotstudie von Umweltbundesamt und Medizinischer Universität Wien wurde 2018 Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt – bei allen der acht internationalen TeilnehmerInnen. Diese konsumierten in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen, die Mehrzahl von ihnen verzehrte Fisch bzw. Meeresfrüchte. Die Menge und Zusammensetzung von Mikroplastik in Lebensmitteln ist derzeit jedoch noch unklar. 

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