EAG als Meilenstein für 100 Prozent sauberen Strom

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Das lang ersehnte Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) wurde Mitte September durch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Staatssekretär Magnus Brunner vorgestellt. Das Gesetzespaket ist das größte Gesetzespaket in diesem Bereich seit Jahrzehnten

und schafft die Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich. Die Weichen für 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Ressourcen bis 2030 seien damit gestellt, so die Verantwortlichen. 

 

Foto: pixabay/torstensimon

„Das EAG ist das Gesetz für die Energiewende. Mit ihm schaffen wir einen Zubau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 27 Terrawattstunden - mit einer Million Dächer durch Sonnenenergie, mehr Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse“, sagt dazu Klimaschutzministerin Gewessler. Die Energiewende sei dabei das entscheidende Werkzeug auf dem Weg zur Klimaneutralität und auch ein zentraler Job- und Wirtschaftsmotor. „Wir werden damit bis zu 30 Milliarden Euro an Investitionen in Österreich auslösen und gleichzeitig rund 10 Millionen Tonnen CO2 einsparen“, so Gewessler. Im EAG ist ein Zubau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 27 Terrawattstunden vorgesehen. Aufgeteilt auf alle erneuerbaren Energieträger entfallen auf Sonnenenergie elf Terrawattstunden, bei Windkraft zehn Terrawattstunden und fünf Terrawattstunden auf Wasserkraft sowie eine Terrawattstunde auf Biomasse. Das EAG und die damit eingeläutete Energiewende ermögliche es allen Menschen und Unternehmen in Österreich einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten, so Gewessler weiter. „Ab 2030 wird in Österreich 100 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien hergestellt werden. Das heißt ausschließlich sauberer Strom für die Menschen in Österreich." 

 

Mit ökologischen Kriterien weist das EAG zentrale Merkmale auf, die den Zubau der erneuerbaren Energien und höchste Umweltschutz-Standards gleichzeitig ermöglichen. Für das Fördersystem bei Photovoltaik-Anlagen ist deshalb ein Abschlag für Anlagen auf Grün- und Agrarflächen vorgesehen. Dabei sollen vor allem jene Flächen genutzt werden, die bereits versiegelt sind, um so den Bodenverbrauch

nicht weiter voranzutreiben. In Bezug auf die Wasserkraft werden die vorhandenen Natur- und Flussjuwele in Österreich bewahrt bleiben, jedoch ohne das Ausbau-Ziel von fünf Terrawattstunden zu gefährden. Der Zubau soll weitgehend durch Effizienzsteigerung bei bestehenden Anlagen, sowie Neubauten unter Berücksichtigung der ökologischen Kriterien erfolgen. 

 

Österreichs Bürger sollen zudem motiviert werden, über Energiegemeinschaften aktiver Teil der Energiewende zu sein. Möglich wird das, indem sie sich in ihrer Nachbarschaft oder irgendwo in ganz Österreich an einem Projekt beteiligen und dort gemeinsam erneuerbare Energie produzieren und selbst nutzen können. „Ein Riesenschritt hin zu mehr Bürgerbeteiligung ist die Möglichkeit der Energiegemeinschaften. Das ist bisher einzigartig! Damit geben wir allen Menschen in Österreich die Möglichkeit sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen“, erklärt

Staatssekretär Magnus Brunner. Diese Möglichkeit stehe auch Unternehmen und Landwirtschaften offen. Künftig kann man also mit Nachbarn, Freunden und Kollegen Energie teilen und gemeinsam sparen. Für den Austausch innerhalb der Gemeinschaft soll ein Ortstarif gelten, sowie der Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags und die Befreiung der Elektrizitätsabgabe gewährt werden. „Dadurch kann man bis zu Zwei-Drittel der Netzgebühren sparen – das sind insgesamt knapp 100 Euro im Jahr für einen Haushalt“, so Brunner abschließend. 

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