Der erste „grüne“ Austrian Startup Monitor – im doppelten Sinn!

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Am 27.April 2021 wurde der dritte Austrian Startup Monitor (kurz: ASM) der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Als Datenbasis fungierte eine Online-Befragung im Herbst 2020, an der – je nach Frage – bis zu 595 Unternehmen teilgenommen haben. Corona-bedingt wurden die Ergebnisse 2020 erst jetzt veröffentlicht. „Brandaktuell“ sind sie damit nicht mehr, aber für die Umweltszene hoch erfreulich. Der erste Monitor wurde 2018

veröffentlicht. Im dritten Durchlauf war das „Klimaschutzministerium“ erstmalig direkt mit an Bord und hat das Kapitel „Green Startups“ nicht nur initiiert, sondern auch beauftragt. Quasi als Hommage an die Teilnahme des Ressorts und an das neue Kapitel „Green Startups“ wurde als Basisfarbe für das komplette Broschüre-Layout „Olive-Grün“ gewählt. Eine farbliche Metapher im doppelten Sinn. 

 

Der Link zum aktuellen Austrian Startup Monitor 2020:
https://austrianstartupmonitor.at

Wenn ein Thema neu bearbeitet und analysiert wird, ist es unumgänglich, sich einer sehr "trockenen" Materie zu stellen – der Nomenklatur. Dies wurde im Monitor gemacht. Green Startups werden dabei als Unternehmen definiert, für die die Erreichung von ökologischen Zielen ein wichtiges oder sogar übergeordnetes Unternehmensziel darstellt. Dabei werden vier Typen von Startups differenziert:

  • Green Business Startups: Bei diesen sind ökologische (und gleichzeitig auch häufig soziale Ziele) sehr wichtig, ihnen wird aber im Vergleich zu anderen Unternehmenszielen keine übergeordnete Priorität beimessen. Diese machen 35,9 Prozent aller Startups aus.
  • Green Impact Startup: Bei diesen stellt das Verfolgen von ökologischen Zielen ein übergeordnetes Ziel dar. Sie machen 27,1 Prozent der Startup-Population aus. Viele Green Impact Startups reinvestieren ihre Unternehmensüberschüsse zu einem großen Teil, um ihre Umweltziele zu erreichen. Green Impact Startups sind dabei jene Startups, deren Geschäftsmodell und Unternehmensgegenstand ursächlich mit grünen Themen in Verbindung stehen, es sind demgemäß die Green Startups im engsten Sinn.
  • Social Startups: Dabei handelt es sich um Unternehmen, für die ausschließlich soziale Unternehmensziele sehr wichtig sind, ökologische Themen aber keine Rolle spielen. 8,4 Prozent aller Unternehmen fallen in diese Gruppe.
  • Andere Startups: Diese Startups verfolgen weder ökologische noch soziale Ziele. Es handelt sich um 28,6 Prozent aller befragten Jung-Unternehmen.

Da Green Startups die Summe von Green Impact Startups und Green Business Startups sind, ergibt dies einen beeindruckenden Wert von 63 Prozent.

Was das geplante MitarbeiterInnen-Wachstum betrifft, wollen Green Business Startups rund 3.900 neue MitarbeiterInnen in den nächsten 12 Monaten einstellen. Green Impact Startups wollen rund 2.900 MitarbeiterInnen rekrutieren. Fast neun von zehn Startups haben insgesamt vor, in den nächsten 12 Monaten zusätzliche MitarbeiterInnen einzustellen. Dies entspricht einem geplanten Mitarbeiterwachstum von über 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand von ca. 20.000. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der österreichischen Startups sollen demnach rund 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies lässt den Umkehrschluss zu, dass Green Startups für 68 Prozent der neugeschaffenen Arbeitsplätze

verantwortlich zeichnen. Darüber hinaus zeigt sich, dass Green Startups häufiger von Frauen als von Männern gegründet werden. So geben 47 Prozent der Frauen an, dass ökologische oder soziale Ziele ein prioritäres Unternehmensziel darstellen, während dieser Anteil bei den Männern nur 28 Prozent ausmacht. In Österreich gibt es dabei rund 1.300 Startup-Gründerinnen und 5.700 Startup-Gründer. Der Anteil von Gründerinnen ist dabei seit 2018 von 12 auf über 18 Prozent gestiegen. Weiters haben über 35 Prozent der Startups zumindest eine Frau im Gründungsteam. Die Startups-Szene wird also nicht nur immer „grüner“ sondern auch immer „weiblicher“. 

 

Der Austrian Startup Monitor zeigt, dass Investition in Umwelt- und Klimaschutz tatsächlich der richtige Weg aus der Krise, die auch durch die Pandemie ausgelöst wurde, ist. Dazu abschließend Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie: „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unsere Zeit. Damit die Krise nicht zum Dauerzustand wird, müssen

wir jetzt alle Hebel in Bewegung setzen. Die österreichischen Green Start-ups haben die Zeichen der Zeit erkannt und verschaffen sich mit bahnbrechenden und klimafreundlichen Innovationen einen Wettbewerbsvorteil. Damit bringen sie Österreich im Kampf gegen die Klimakrise nach vorne und schaffen zukunftsfitte Arbeitsplätze. Sie zeigen deutlich: Innovation schafft Lösungen für einen lebenswerten Planeten." 

 

Der deutsche GREEN STARTUP MONITOR (kurz: GSM21)

Am 25. März 2021 wurde der GSM21 online präsentiert. Die Studie wurde vom Borderstep Institut und dem Bundesverband Deutsche Startups zum dritten Mal erstellt und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Der GSM21 kann kostenfrei unter https://www.borderstep.de/wp-content/uploads/2021/03/GreenStartupMonitor2021.pdf heruntergeladen werden. Mittels eines Onlinefragebogens wurden 1.690 innovativen und wachstumsorientierten Unternehmen, die jünger als zehn Jahre sind und ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben, befragt. Dabei wurde die Gruppe der Green Startups mit rund 30 Prozent oder 513 Startups angegeben. Im Jahre 2019 waren dies nur 21 Prozent. Die deutschen Angaben entsprechen sowohl definitionsgemäß als auch der Häufigkeit nach den Green Impact Startups des aktuellen Austrian Startup Monitors mit 27,1 Prozent. 

 

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