Brennstoffzellen-Fabrik in Norwegen mit Österreich-Knowhow

Sie sind hier

Es ist eines der größten Brennstoffzellen-Projekte Europas, das aktuell in Norwegen in der Planung steht. Das Unternehmen TECO 2030 ASA zielt darauf ab Norwegens erste groβvolumige Produktion von Brennstoffzellen zu gründen.

 Die Entwicklung von Brennstoffzellen erfolgt dabei in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Ingenieurbüro AVL – auch der Verbund hat eine Partnerschaft mit TECO 2030 geschlossen.                                                               Autor: Alexander Kohl

 

(Foto: AVL)

„Unser Ziel ist es, ein fortschrittliches Innovationszentrum in Kombination mit einer Gigafabrik zu errichten," diese ambitionierten Worte richtete Tore Enger, CEO von TECO 2030 ASA, Mitte Februar an sein virtuelles Publikum zur Auftaktveranstaltung seines neuen Projekts. Enger will in seiner TECO-Fabrik Brennstoffzellen mit einer Leistung von 1.200 Megawatt oder 1,2 Gigawatt pro Jahr produzieren. Stehen soll sie in Ostnorwegen: „Dies wird die erste Massenproduktion von Brennstoffzellen in Norwegen sein und eine Drehscheibe für die norwegische Wasserstoffindustrie“, ist sich Enger sicher. Ganz nebenbei beinhaltet der Plan einem Jahresumsatz von mehreren hundert Millionen Euro. Längst gilt die Technik dabei als serienreif für sämtliche Mobilitätslösungen. Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff – mit Wasserdampf als einziger Emission – in Elektrizität um. TECO 2030 will sich dabei vor allem auf die Optimierung von Brennstoffzellen für den Einsatz auf hoher Seefahrt konzentrieren. „Wir kombinieren eine erstklassige Brennstoffzellenlösung von einem vertrauenswürdiger Engineering-Partner für führende Unternehmen mit langer Geschichte mit der globalen maritimen Industrie", sagte Tore Enger. Gemeint ist dabei die österreichische AVL, dem weltweit größten unabhängigen Unternehmen für die Entwicklung von Antriebsstrangsystemen für Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Baufahrzeuge sowie Großmotoranwendungen für Kraftwerke, Schiffsmotoren, Züge, Bergbau und andere schwere Maschinen mit mehr als 11.500 Mitarbeiter weltweit. Die strategische Partnerschaft zwischen TECO und AVL soll nun in diesem Projekt der Bereitstellung schlüsselfertiger Konzepte zur Lösung aktueller und zukünftiger Umweltprobleme für die Schiffsindustrie liefern.  

AVL verfügt über 20 Jahre Erfahrung und mehr als 150 Patente in der Brennstoffzellenindustrie. Als globaler Technologieführer bringt der Grazer Maschinenbauer umfangreiche Erfahrung in der Konstruktion, Entwicklung, Simulation und Prüfung von Schiffsmotoren im Auftrag von Motorenherstellern (Original Equipment Manufacturer) ein und soll auch zur Planung und zum Bau der Fabrik beitragen, so die beiden Unternehmen. TECO 2030 will letztlich eine marine Wasserstofflösung liefern, die effizienter, kompakter und langlebiger ist als Brennstoffzellen, die auf modifizierten Fahrzeugstapeln basieren. Grundsätzlich sei geplant, die Brennstoffzellenproduktion im Jahr 2022 aufzunehmen. „Die Partnerschaft mit AVL ist der ideale Partner für uns, da wir eine der größten Umweltherausforderungen unserer Zeit lösen

wollen. Angesichts der Tatsache, dass sich der Seeverkehr von 2015 bis 2050 voraussichtlich verdreifachen wird, müssen wir den CO2-Ausstoß und andere Emissionen aus der Schifffahrtsindustrie noch deutlich reduzieren“, so Enger. Neben AVL hat TECO 2030 bereits Partnerschaften mit hochwertigen Industrieunternehmen wie dem österreichischen Hauptstromunternehmen Verbund, der großen niederländischen Binnenschifffahrtsgesellschaft Chemgas und der innovativen niederländischen Werft Thecla Bodewes geschlossen. Die Giga-Fabrik soll 500 Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung sowie zur industriellen Produktion in vollem Umfang schaffen. Aktuell prüft das Unternehmen potenzielle Standorte. Die erwarteten 100 Millionen Euro Investitionen belaufen sich über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. 

Hintergrund-Infos:

TECO 2030 steht in Zusammenhang mit der TECO Maritime Group, die seit mehr als 25 Jahren Technologie und Service für die globale Schifffahrtsbranche bereitstellt. TECO 2030 notiert seit Herbst 2020 an der Euronext Growth Oslo. TECO 2030 ist auch Partner des ehrgeizigen Projekts Green Hydrogen @ Blue Danube zusammen mit bedeutenden Akteuren wie Siemens, Bosch, AVL und Verbund. Geplant ist, dass TECO 2030 Brennstoffzellen für wasserstoffbetriebene Schubschiffe liefert, die die Lastkähne entlang der Donau schieben. 

 

x