„28 Fußball-Felder“ für Sonnenstrom

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Die Energie Steiermark startet die Planung für den künftig größten Photovoltaik-Park Österreichs. Über 20 Hektar Kollektoren-Fläche sollen nach Fertigstellung einer Anlage in Bärnbach/Rosental Grün-Strom für mehr als 5.000 Haushalte liefern. Aktuell hat sich das steirische Energieunternehmen bei der GKB-Bergbau GmbH nun die Option für ein Grundstück, auf dem Areal

des ehemaligen Karlschacht II, gesichert. Ebendort erfolgte 2015 – bezeichnender Weise – auch die Sprengung des Kohle-Kraftwerks Voitsberg. Darauf soll nun laut Planung eine über 20 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 16 MW Leistung entstehen. Das entspricht einer Produktion von circa 18 Millionen Kilowattstunden Ökostrom jährlich.

 

Foto: Energie Steiermark – Katarzyna Theissl

„Von der Kohle zur Sonne – das hat auf diesem Areal nicht nur symbolischen Charakter“, erklärt Energie Steiermark Vorstandssprecher Christian Purrer. Durch die bisherige Nutzung sei der Boden des Areals für andere ökologische Nutzungsarten nicht geeignet. Ein Sonnen-Kraftwerk würde das Grundstück nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in ökologischer Hinsicht aufwerten. Nun wird eine rasche baurechtliche Genehmigung angestrebt. „Wir wollen das Projekt zeitnah realisieren und damit nachhaltige Impulse setzen“, so Energie Steiermark Vorstandsdirektor Martin Graf. Dabei hofft Graf auch auf eine staatliche Subventionierung der PV-Freiflächen. Generell will die Energie Steiermark im Rahmen ihrer Sonnenstrom-Offensive bis zum Jahr 2030 – zusätzlich zum Photovoltaik-Ausbau auf Dächern – auf einer Gesamtfläche von 450 Hektar Sonnenparks mit einer jährlichen Erzeugungsmenge von insgesamt 330 Gigawattstunden Grün-Strom errichten. Damit wäre insgesamt die CO2-freie Energie-Versorgung von rund 95.000 steirischen Haushalten möglich. Aktuell läuft die Suche nach geeigneten Grundstücken, die konkrete Kriterien hinsichtlich Umwelt, Netz und Raumordnung erfüllen müssen. Neben Bärnbach/Rosental wurden bereits drei weitere Optionsverträge mit Grundstücks-Eigentümern in anderen Regionen der Steiermark unterschrieben, weitere sind aktuell in Verhandlung. Die Energie Steiermark wird dabei in den nächsten fünf Jahren rund eine Milliarde Euro in den Ausbau erneuerbarer, CO2-freier Energie und in die Entwicklung von Smart Grids investieren. Für die Umsetzung hat das Unternehmen den zweiten „Green Loan“ (90 Millionen Euro) der Europäischen Investitionsbank (EIB) erhalten. 

„Das Investment für die Anlage in Bärnbach/Rosental haben wir mit zwölf Millionen Euro kalkuliert. Das Projekt wäre somit nicht nur ein weiterer wichtiger Schritt in die grüne Energiezukunft, sondern obendrein ein wichtiger regionaler Wirtschaftsimpuls“, so Purrer und Graf. Bei der Entwicklung will man auch auf eine enge Kooperation mit den betroffenen Gemeinden und ihren Bürgermeistern setzen. Das Grundstück liegt zwischen Bärnbach und Rosental. In beiden Gemeinden findet das Projekt – laut Energie Steiermark – Zuspruch, immerhin könnten sie durch

die Anlage nahezu energieautark werden. „Wo noch vor einigen Jahrzehnten Braunkohle abgebaut wurde, wird bald Strom aus Sonne erzeugt. Das mit Asche aufgefüllte Gelände ist anderwärtig nicht verwendbar. Die Stadt Bärnbach vollzieht damit die Energiewende“, so Jochen Bocksruker, Bürgermeister der Stadtgemeinde Bärnbach. Auch auf die Anrainer und Verkehrsteilnehmer soll schon in der Planung Rücksicht genommen werden: Durch die Anordnung der Kollektoren und ein spezielles Solarglas sei die Anlage de facto blendfrei, so die Beteiligten. 

 

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