BMK Green Tech Summit: Die Transformation im Fokus

Sie sind hier

Beim 5. BMK Green Tech Summit trafen am 28. Oktober 2022 in Wien wieder die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer österreichischer Green-Tech-Unternehmen auf zuständige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMK.  

Besonderes Thema war die Ausgestaltung der grünen Klima- und Transformationsoffensive, zudem wurden gemeinsam mehrere BMK-Schwerpunkte 2023 erarbeitet.  

Text: Alexander Kohl

 Am 28. Oktober 2022 traf sich Österreichs Green Tech Szene beim 5. BMK Green Tech Summit in Wien. (Foto: BMK/Michael Hetzmannseder)

Ziel des BMK Green Tech Summit war es wieder sich gemeinsam über Maßnahmen, Aktivitäten und Bedarfe auszutauschen und Ideen anzuregen. Das betonte auch Dr. Karl Kienzl aus dem Kabinett von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, die aufgrund einer kurzfristigen Auslandsreise nicht vor Ort anwesend sein konnte, bei seiner Begrüßungsrede. Vor dem aktuellen Hintergrund sei die sichere Energieversorgung eines der vordringlichsten Themen in Österreich, so Kienzl: „Ein wesentlicher Faktor für die Zukunft unserer Energieversorgung wird dabei die Diversifizierung sein, damit wir nicht in neue Abhängigkeiten geraten.“ Diversifizierung und Vielfalt sei ein Überlebensprinzip der Natur und jedes funktionierenden Ökosystems. Man könne sich hier durchaus ein Beispiel an der Natur nehmen und auf so viele verschiedene Möglichkeiten wie möglich bauen, und dabei etwa fossile durch biogene Rohstoffe zu ersetzen. „Die Energiewende schaffen wir aber nur mit einer Rohstoffwende“, sagte Kienzl und dabei sei die Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung. Um diesen Umschwung in der österreichischen Industrie und Wirtschaft zu schaffen hat die Bundesregierung im Rahmen des Budgets 2023 eine Transformationsoffensive präsentiert, in der bis 2030 mehr als fünf Milliarden Euro an Förderungen und Unterstützungen für die klimaneutrale Transformation bereitgestellt werden sollen. Damit würden gemeinsam zahlreiche Impulse und Initiativen gesetzt werden können, so Kienzl.

Sektionschef DI Christian Holzer, BMK, betonte in seinem Kurzimpuls-Vortrag die Bedeutung der Kreislaufwirtschaftsstrategie Österreich, die das BMK auf den Weg gebracht hat und die vor einem Ministerratsbeschluss steht. „Diese Strategie wird ein ganz wichtiger Gamechanger für die Transformation der österreichischen Wirtschaft sein“, sagte Holzer. Das Kernstück der Kreislaufwirtschaftsstrategie Österreich sei die Reduzierung des Materialfußabdruckes. „Unser Ziel Nummer Eins, die Reduktion des Pro-Kopf-Ressourcenverbrauchs von aktuell 19 auf sieben Tonnen pro Jahr bis 2050, ist eine Monsterleistung, die wir vollbringen wollen, und bezeichnet unseren ambitionierten Weg“, so Holzer. Mag. Elfriede-Anna More, stv. Sektionsleiterin im BMK, gab einen Überblick zu den aktuellen Themen sowie einen Ausblick für den Bereich Klimaschutz und Energiestrategie. „Seit Februar 2022 ist für uns klar, dass wir die Energiewende

und die Unabhängigkeit von externen fossilen Rohstoffen noch stärker und schneller vorantreiben müssen“, sagte More. Das bedeute aber nicht nur die Notwendigkeit für Initiativen im Bereich Erneuerbaren Energien, sondern auch Maßnahmen in punkto Energieeffizienz, wie etwa der Energiesparkampagne Mission 11. Zudem soll auch die Wärmewende über das im Juli vorgestellte erneuerbare Wärmegesetz forciert werden, das den Ersatz von Öl- und Kohleheizungen regeln soll. DI Volker Schaffler, BMK, präsentierte die vier Schwerpunkte der Energieforschung im BMK: Energiewende, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Klimaneutrale Stadt. Wichtig im Hinblick auf sämtliche FTI-Initiativen (Forschung, Technologie und Innovation) des BMK seien dabei stets in einem übergeordneten Rahmen zu betrachten so Schaffler: „Jedes FTI-Projekt muss ein Baustein sein zur Erfüllung der nationalen Energie- und Klimaziele.“ 

 

In der darauffolgenden Diskussion nach thematischen Schwerpunkten mit den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern österreichischer Umwelttechnikunternehmen ergaben sich zahlreiche Anregungen, Wünsche und Ideen für die weitere Arbeit und Schwerpunktsetzung im BMK: DI Karl Ochsner (Ochsner Energietechnik) wünschte sich beispielsweise mehr Anstrengungen im Bereich Wärme- und Kältevernetzung sowie Initiativen für Abwärmenutzung. Wolfgang Plösch (Habemax) ortete eine fehlende Grundlagenforschung im Bereich Carbon Capture and Utilisation (CCU). Peter Berghofer (Ulbrich of Austria) erwartet sich Initiativen um die Herstellung von Schlüsseltechnologien – wie Photovoltaik – mit sämtlichen Komponenten wieder nach Europa zurückzuholen. Dr. Martin Hagleitner (Austria Email) forderte einen Masterplan und konkreten Fahrplan für Klimaneutralität. Dr. Helmut Matschnig (KWB) und Anton Hargassner (Hargassner)

äußerten als Vertreter der Biomassekesselhersteller ihre Sorge, dass Biomasse und Biogas immer weniger Berücksichtigungen in der europäischen Energiestrategie finden würden, und erbaten sich Unterstützung seitens des BMK. In einer Onlineumfrage werteten die Teilnehmenden vor allem die Themen „Vernetzung von Startups mit Green Tech Unternehmen“ sowie „Exporte von Umwelttechnologien aus Österreich“ als besonders wichtig. Im Bereich Fachkräftemangel wünschten sich die Befragten vor allem das Forcieren einer „Plattform für Aus- und Weiterbildungen grüner Quereinsteiger:innen“. Am Ende der Veranstaltung wurden die zahlreichen Maßnahmenvorschläge noch einmal priorisiert und detaillierter diskutiert. Moderiert wurde der BMK Green Tech Summit von Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des Green Tech Cluster. 

Die Bilder vom 5. BMK Green Tech Summit finden Sie hier!

 

x