Daten & Fakten

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DIE ÖSTERREICHISCHE UMWELTWIRTSCHAFT

Auf dieser Seite erhalten Sie die Informationen zur österreichischen Umwelttechnik- und Umweltwirtschaftsbranche. Detailinformationen zu den spezifischen Umwelttechnologiesektoren finden Sie über die färbigen Reiter im zentralen Bereich dieser Seite, im Unterpunkt Daten & Fakten.

Die Daten werden laufend aktualisiert.


Wirtschaftsfaktor Umwelttechnik

Die Umweltwirtschaftsbranche umfasst, laut des von EUROSTAT entwickelten Environmental Goods and Services Sector (EGSS) – Konzeptes,  Tätigkeiten zur Messung, Vermeidung, Verringerung, Beschränkung oder Behebung von Umweltschäden sowie einen Fokus auf die Erhaltung natürlicher Ressourcen und auf integrierten Technologien. Darin eingeschlossen sind umweltschonende bzw. weniger umweltschädliche Technologien, Verfahren und Produkte, die Umweltrisiken verringern und die Umweltverschmutzung auf ein Mindestmaß beschränken. Im Jahr 2011 wurden durch heimische Unternehmen rund32,6 Milliarden Euro Umsatz durch umweltorientierte Produktion und Dienstleistungen erwirtschaftet, dies entspricht etwa 10,8 % des Bruttoinlandproduktes (BIP). Dieser Umweltumsatz wurde von ca. 171.000 Umweltbeschäftigten (Vollzeitäquivalenten, ohne Handel) erwirtschaftet. Inklusive Handel sind 2011 rund 193.000 Personen in einem green job tätig, das entspricht rund jedem 20. Arbeitsplatz in Österreich.
Die heimische Umwelttechnologie- und Umweltwirtschaftsbranche sowie die Zahl der Umweltbeschäftigten zeichnen sich durch stetiges Wachstum in den letzten Jahren aus.

Wachstumstreiber der Umwelttechnologie- und Umweltdienstleistungsbranche ist derExport. Mitte der 1990er Jahre wurden etwa 50% des Umsatzes mit österreichischen Umwelttechnologien auf ausländischen Märkten erzielt, dieser Anteil ist mittlerweile aufzwei Drittel angestiegen. Exportiert wird in erster Linie in die EU 15 Länder, aber auch die „neuen“ EU-Staaten sowie Südostasien sind relevante Exportmärkte. Die Auslandsaktivität österreichischer Unternehmen wird auch durch Niederlassungen im Ausland forciert. Etwa jedes dritte Umwelttechnologieunternehmen verfügt über eine solche Außenstelle, in der Regel um den Vertrieb vor Ort zu koordinieren. Die kontinuierlichen Auslandsaktivitäten führen dazu, dass rund 12 % der heimischen Umwelttechnologieunternehmen in den EU 15 Ländern die Marktführerposition innehaben (entspricht mehr als 30 % Marktanteil). Im internationalen Kontext sind es 6 % der österreichischen Unternehmen in diesem Wirtschaftsbereich. Unternehmen, die Technologien zum Umweltmonitoring, Erneuerbare Energietechnologien sowie Mess- und Regeltechnik produzieren, weisen besonders hohe Exportquoten auf.

Im Bereich des Managements der erneuerbaren Energieressourcen konnten im Jahr 2011 von heimischen Unternehmen Umsätze in Höhe von rund 16 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Im Jahr 2011 zählt allein die erneuerbare Energiebranche rund 37.000 Beschäftigte.

Österreich weist mit einen Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauchvon 32,2 % (2012) europaweit einen Spitzenwerte auf. Nur Lettland und Schweden verfügen über höhere Anteile. Die größten Beiträge am Gesamtaufkommen erneuerbarer Energie in Österreich leisteten im Jahr 2011 die Wasserkraft mit 38,9%, die feste Biomasse mit 31,5% sowie die erneuerbaren Anteile in der Fernwärme mit 10,3%. Weitere große Beiträge stammen aus den Bereichen der Biokraftstoffe mit 6,1% und den energetisch genutzten Laugen mit 6,9%. Die Beiträge der Sektoren Windkraft, Solarthermie, Umweltwärme, Biogas, Geothermie, Deponie- & Klärgas und Photovoltaik machen in Summe 6,2% aus.
Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten in Österreich im Jahr 2011Treibhausgasemissionen im Umfang von 15,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Unter der zusätzlichen Berücksichtigung der Großwasserkraft betragen die vermiedenen Emissionen 29,8 Mio. Tonnen.

Der Anteil der Erneuerbaren Energieträger an der Stromerzeugung von 73 % zeigt die Bedeutung umweltfreundlicher Energieerzeugung in Österreich. Hier dominieren Wind- und Wasserkraft. Durch den Einsatz Erneuerbarer Energieträger konnten 2010 rund 30 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Innovationen in der Umwelttechnologiebranche

Investitionen in Forschung und Entwicklung sind zentrale Faktoren für kontinuierliches Wachstum, Produktivität und Wohlstand. Die österreichische Umwelttechnologie- und Dienstleistungsbranche ist durch eine sehr ausgeprägte Innovationstätigkeit in diesem Sektor gekennzeichnet, der Bereich der Energietechnologien ist hier besonders hervorzuheben. Unternehmen der Sachgüterproduktion weisen eine durchschnittlicheForschungsintensität (Anteil der Forschungsausgaben an den Umsatzerlösen) von 2-3 % auf, im Umwelttechnologiebereich sind es hingegen rund 6,5 %. Durch Innovationen ist es heimischen Unternehmen in vielen Fällen möglich die Wettbewerbsfähigkeit zu festigen bzw. zu stärken.

Auch internationale Vergleichsstudien belegen die Spitzenposition Österreichs im Bereich der Ökoinnovationen. Vor allem in den Bereichen Innovationsaktivitäten  (hoher Anteil an Firmen, die im Umweltbereich Innovation vorantreiben) und Innovationsoutput befindet sich die heimische Umwelttechnologie- und Dienstleistungsbranche im internationalen Spitzenfeld. Beispielsweise ist  Österreich im Bereich der Umweltpatente EU-weit führend. Die Entwicklungen in der Passivhaustechnologie, im Abfallmanagement (Kreislaufwirtschaft), den Erneuerbaren Energietechnologien sowie im Energieeffizienzbereich sind hinsichtlich Forschungs- und Innovationstätigkeit der heimischen Branche hervorzuheben. Auch die Bereiche Elektromobilität und Ressourceneffizienz weisen besonderes Innovationspotenzial auf.

Neben der Innovationskraft der heimischen Unternehmen sind auch staatliche Förderprogramme sowie gesetzliche Vorgaben für das Wachstum der heimischen Umweltwirtschaft verantwortlich. Exemplarisch sind das Ökostromgesetz, die betriebliche Umweltförderung sowie die Förderschienen des Klima- und Energiefonds und der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) zu nennen.

QUELLEN

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Statistik Austria
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Eco Innovation Observatory
E-Control

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