Mit „Guideline“ den Verpackungs-Kreislauf in Schwung bringen

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„Verpackung, so nachhaltig wie möglich“ – das seit 2018 geltende Kreislaufwirtschaftspaket der EU definiert klare, erhöhte Zielvorgaben. Die FH Campus Wien erarbeitete nach diesem Leitbild nun eine neue Circular Packaging Design Guideline und gibt damit Verpackungsentwicklern einen Leitfaden für nachhaltigere Verpackung in die Hand. „Ziel der Guideline

ist es, Empfehlungen für die recyclinggerechte Verpackungsgestaltung zu geben, an der sich sämtliche Akteure der Supply-Chain, von den Verpackungsproduzenten über die Markenartikler bis zum Handel orientieren können,“ so Manfred Tacker, Leiter des Fachbereichs Verpackungs- und Ressourcenmanagement an der FH Campus Wien. 

 

Foto: BMNT/Paul Gruber

Hohe Recyclingfähigkeit, möglichst ressourceneffiziente und umweltfreundliche Gestaltung sind die hohen Anforderungen an eine nachhaltige Verpackung. Die EU zielt nun mit dem 2018 in Kraft getretenen Circular Economy Package auf die Förderung von europaweiter Kreislaufführung von Rohstoffen und auf die Erhöhung der Sammel- und Recyclingquoten ab. Fast drei Viertel aller Verpackungsmaterialien sollen bis 2030 recycelt werden, im Kunststoffbereich sind die Vorgaben besonders ambitioniert. Hier liegt die Quote in Österreich derzeit bei Kunststoff- und Verbundverpackungen etwa bei einem Drittel. Sie soll sich in den nächsten sechs Jahren auf 50 Prozent erhöhen und bis 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen europaweit recyclingfähig gestaltet sein. „Recyclinggerechtes Verpackungsdesign als Teil einer zirkulären Produktgestaltung legt den Grundstein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Im Rahmen der WPO beabsichtigen wir, die Circular Packaging Design Guideline global auszurollen“, sieht Johannes Bergmair, General Secretary World Packaging Organisation (WPO), den Weg des neuen Leitfadens vorgezeichnet. Bei der Präsentation am 31. Jänner stellte sich auch das neu gegründete Stakeholderforum „Circular Packaging Design“ vor. Industrievertreter, Ministerien und Forschung arbeiten dabei künftig eng am gemeinsamen Ziel, Stoffkreisläufe zu schließen, zusammen.

„Voraussetzung für ein optimiertes Verpackungsmanagement sind ganzheitliche ökologische Bewertungsmethoden, die sowohl recyclinggerechtes Design als auch die Anforderungen der Nachhaltigkeit miteinbeziehen“, erklärte auch Ernst Krottendorfer, Geschäftsführer Packforce Austria – das österreichische Verpackungsforum und Lehrender an der FH Campus Wien. Die Circular Packaging Design Guideline bietet dabei Grundlagen welche Kriterien bei nachhaltiger Verpackungsgestaltung berücksichtigt werden müssen oder

welche Aspekte der Abfallhierarchie Einfluss nehmen. Genauso gibt sie aufgeschlüsselt nach den unterschiedlichen Verpackungsmaterialien genaue Empfehlungen, beispielsweise wie eine Flasche aus Polyethylen optimal recyclingfähig gestaltet ist. Das Stakeholderforum will nun zudem in engem Dialog für eine ständige Aktualisierung der Guideline sorgen und berücksichtigt dabei jeweils Änderungen in der Sammel-, Sortier- und Recyclingtechnologie oder neue auf den Markt kommende Packstoffe. 

 

Die FH Campus Wien ist mit über 6.500 Studierenden die größte Fachhochschule Österreichs und bietet Studienprogramme zur Verpackungstechnologie an. Das Bachelorstudium Nachhaltiges Ressourcenmanagement beleuchtet als interdisziplinäres Studium die Thematik Klimawandel, Ressourcenverknappung, Abfallentsorgung bzw. -vermeidung und die damit verbundene Umweltgesetzgebung. Das Kompetenzzentrum „Sustainable and Future Oriented Packaging Solutions“ forscht an der Entwicklung und Bewertung nachhaltiger Verpackungen, Lebensmittelsicherheit und Digitalisierung.

 

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