Klimawandel zwingt Investoren zum Handeln

Sie sind hier

Die Erderwärmung infolge des Klimawandels wird erheblichen Einfluss auf die zu erwartenden Renditen von institutionellen Anlegern haben. Bei einer Erwärmung über 2°C sind bereits mittelfristig deutlich negative Effekte auf die Rendite zu erwarten. Durch eine Ausrichtung auf nachhaltige Anlagen können diese Auswirkungen jedoch gedämpft werden. Dies sind Ergebnisse der neuen Studie „Investing in a Time of Climate Change – The Sequel“, eine Neuauflage und Weiterentwicklung eines im Jahr 2015 veröffentlichten Mercer-Reports.

Die Studie betrachtet drei Szenarien für den Klimawandel: eine durchschnittliche Erwärmung um 2°C, 3°C und 4°C im Vergleich zu vorindustriellen Niveaus. Diese werden über Zeiträume bis 2030, 2050 und 2100 betrachtet, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen und Ressourcenverfügbarkeit aufzuzeigen. Investoren können anhand der Auswertungen das finanzielle Risiko des Klimawandels im Bezug auf ihr Gesamtportfolio sowie über alle Anlageklassen und Industriesektoren hinweg erfassen und entsprechend handeln. 

 

Foto: BMNT, Alexander Haiden

„Eine zentrale Schlussfolgerung unserer neuen Studie ist, dass Investoren aktiv auf ein 2°C-Szenario hinarbeiten müssen und dieses auch als Chance verstehen sollten“, so Helga Birgden, Global Business Leader bei Mercer. In fast allen Anlageklassen, Regionen und Zeiträumen zeigten die Analysen, dass die zu erwartenden Renditen im 2°C-Szenario deutlich besser ausfallen würden als bei einer Erwärmung von 3°C oder 4°C. Außerdem biete der dafür notwendige Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft neue Anlagechancen. „Laut unserer Modellbetrachtungen kann eine stärkere Berücksichtigung nachhaltiger Anlagen im Portfolio die Renditen verbessern. Die Ergebnisse unserer Studie sind sehr deutlich und bestärken die Schlussfolgerungen unseres Reports aus dem Jahr 2015, dass alles dafür getan werden muss, um ein Szenario deutlich unterhalb von 2°C zu erreichen“, erläutert Birgden. „In Österreich haben die Vorsorgekassen eine Vorreiterrolle im Bereich Nachhaltigkeit übernommen. Auch die hiesigen Pensionskassen berücksichtigen zunehmend den Faktor Nachhaltigkeit in ihrer Veranlagung. Selbst einige Versicherungen werfen inzwischen einen prüfenden Blick auf das Thema“, so Angelika Delen, Head of Institutional & Distribution Clients bei Mercer. „Speziell in Bezug auf den Klimawandel haben wir jedoch noch Nachholbedarf, bevor wir behaupten könnten, dass wir zukunftsorientiert aufgestellt sind. Grundsätzlich bietet sich für österreichische Anleger jedoch in beiden Bereichen, Nachhaltigkeit und Klimawandel, eine große Chance – wir müssen sie nur ergreifen. 

Die Mercer-Studie gibt Anlegern einen klaren Handlungsrahmen, um eine aktive Rolle als „Future Maker“ einzunehmen und einen Übergang zu einem 2°C-Szenario mitzugestalten. Die von Mercer bereits 2015 beschriebenen „Future Maker“ setzen sich für am 2°C-Szenario ausgerichtete Businesspläne in denjenigen Unternehmen ein, die bei einem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft geschäftsschädigenden Risiken ausgesetzt sind. Das gesamte Thema sei dabei

als treuhänderische Aufgabe zu verstehen. „Es geht um Risikomanagement, wie es auch in einem Bericht des World Economic Forum 2019 beschrieben ist. Vermögensinhaber und -verwalter sollten den Klimawandel über den gesamten Investmentprozess hinweg betrachten, von der grundlegenden Philosophie über Anlagerichtlinien und -prozesse bis hin zur Portfoliokonstruktion“, erläutert Deb Clarke, Global Head of Investment Research bei Mercer. 

 

x