Exklusiver Österreich-Workshop bei Passivhaustagung in China

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In Gaobeidian in China wird im Oktober erstmals die internationale Passivhaustagung außerhalb des deutschsprachigen Raums stattfinden. Der Austragungsort für das zum 23. Mal stattfindende Experten-Treffen wurde vom Passivhaus-Institut sehr bewusst gewählt. Denn in der Bahnstadt Gaobeidian, rund 100 Kilometer südlich von der Hauptstadt Peking entfernt, entstehen derzeit über 20 Hochhäuser sowie einige Mehrfamilienhäuser

im Passivhaus-Standard – eines der größten Projekte dieser Art weltweit. „Wir müssen alles daransetzen, dass in China die Entwicklung zum nachhaltigen Bauen vorankommt. Deshalb engagieren wir uns dort“, erklärt Wolfgang Feist, Gründer des Passivhaus Instituts. Zur Tagung wird bereits die erste Bauphase des Vorzeige-Projekts mit rund 330.000 Quadratmetern Wohnfläche abgeschlossen sein. 

 

Das Passivhaus-Bürogebäude in Zhuozhou (China) wurde 2015 unter österreichischer Leitung durch Schöberl & Pöll GmbH als erstes zertifiziertes Passivhaus in China errichtet. (Foto: Lang Consulting)

Über 20 Vortragsreihen werden am 9. und 10. Oktober 2019 in der Exhibition Hall in Gaobeidian abgehalten – am Folgetag werden zahlreiche Exkursionen den Passivhaus-Status in China live erlebbar machen. Und: Zum ersten Mal wird auch ein Nationen-Workshop im Rahmen der Tagung stattfinden. Das Thema: Passivhaus-Knowhow in Österreich. „In unserem Austria-Workshop werden die Pionierleistungen österreichischer Dienstleister im Bereich Passivhaus und Plusenergiegebäude im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien im Fokus stehen“ verkündet Günter Lang von Lang Consulting, der den Workshop selbst moderieren wird. Lang hat selbst bereits vor einigen Jahren durch Vortragsreisen in China zur Passivhaus-Entwicklung mit Österreich-Export beigetragen. „Österreich zählt weltweit zu den führenden Nationen beim Thema Best Practice von energieeffizienten Gebäuden und erneuerbarer Energien“, so Lang. „Wir erwarten uns für österreichische Passivhaus-Experten, -Dienstleister, sowie -Produkt und -Systemanbieter enorme Marktchancen in China.“ Dort setze die Regierung immer mehr auf die Energieeffizienzpotentiale durch das Passivhaus, so Lang. Laut des chinesischen Delegationsleiters bei der COP 24 Klimakonferenz in Kattowice 2018 soll für China im Jahr 2020 eine neue Bauordnung in Kraft treten, welche dem Passivhaus-Standard ebenbürtig sein soll. Bereits jetzt seien rund 1,5 Millionen Quadratmeter Nutzflächen in Passivhaus-Standard in Bau, welche auch vom Passivhaus-Institut zertifiziert werden sollen. 

Beim Austria-Workshop ist jedenfalls ein regelrechtes Feuerwerk an Best-Practice Beispielen aus Österreich bzw. unter österreichischer Federführung im Ausland geplant. So wird etwa Ernst Schriefl von Schöberl & Pöll GmbH unter anderem das Passivhaus-Bürogebäude in Zhuozhou im Workshop vorstellen, welches unter österreichischer Leitung und Kontrolle durch Schöberl & Pöll GmbH 2015 als erstes zertifiziertes Passivhaus in China errichtet wurde. Auch erste Evaluierungsergebnisse werden dazu präsentiert und das Gebäude ist eines der Besichtigungsobjekte bei den anschließenden Exkursionen. Ein weiterer Vortragender

ist Wolfgang Streicher von der UNI Innsbruck, der über das Projekt „Sinfonia“ referiert, in dem Innsbruck die weltweit umfassendste Sanierungsoffensive in EnerPHit- und Passivhaus-Standard umsetzt. Zudem stellt der Architekt Martin Aichholzer von MAGK aichholzer klein ZT OG das „Haus des Lernens“ der GESA in St. Pölten vor, das in Passivhaus-Bauweise mit Strohdämmung und Lehmputz gebaut wurde. Weitere Informationen zur 23. Passivhaustagung (Anmeldung, Österreich-Workshop etc.) im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien finden Sie hier

(Autor: Mag. Alexander Kohl)

 

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